Haben meine Vorbereitungen für das erste Golfturnier Früchte getragen? Konnte ich mein Handicap verbessern oder mußte ich gar eine Verschlechterung hinnehmen? 

Fangen wir etwas weiter vorne an.. 

Die letzten Wochen vor dem Ereignis waren eher beruflich geprägt. Plötzlich stapelten sich die Aufträge und Kundenanfragen zum Projektstatus häuften sich. Da mußte ich schon ganz schön jonglieren, um noch Zeit zum Trainieren und Spielen zu finden. 

Aber es funktionierte, auch wenn ich erst abends zur Driving-Range fuhr, um wenigstens ein paar Bälle zu schlagen.

9-Loch-Turnier – der Flight steht fest

2 Tage vor dem Starttermin erhielt ich die übliche SMS mit den Teilnehmern meines Flights: Alle 3 kannte ich gut und damit war wenigstens die erste Sorge vom Tisch. Mit diesen Drei wird es eine lustige Runde 🙂

Auch die letzte Proberunde zwei Tage vorher lief einigermaßen stabil. Nicht überragend aber mit Potential.

Am Austragungs-Tag war ich 1,5 Stunden früher da und hatte ausreichend Zeit, mich warm zu spielen. Ich nutze dafür immer den kaum frequentierten 5-Loch-Kurz-Platz und spiele die kurzen Distanzen. Vom Rand mache ich dann noch ein paar (unerlaubte) Driver-Schläge, die mit sehr geringem Tempo niemanden erreichen können 😉

Anschließend noch etwas Chippen und viel Putten, um ein Gefühl fürs Grün zu bekommen. Auf die Driving-Range gehe ich vor dem Turnier eher selten, da die Stimmung dort so aufgeladen ist, dass es mich eher runterzieht als motiviert. Die meisten hauen adrenalinmäßig auf die Bälle und es fehlt die Ausgeglichenheit..

Leider war das Wetter sehr durchwachsen: Stürmisch und kurze Regenschauer. Aber es hätte schlimmer kommen können. Am ersten Tee tauschten wir unsere Scorecards und wünschten uns ein „schönes Spiel“. 

Abschlag 1 auf dem „Eselspfad“ in Wiesloch

Mit meinem Handicap hatte ich die Ehre als Erster zu starten. Ich kündigte meine Ballmarke „Vice“ und „markiert mit PK“ an. Der Eisen-Abschlag gelang einigermaßen und landete am Rande vom Grün. Gute Aussichten..

Danach schlug Dieter 1 ab (es waren 2 Dieter im Flight) und meinte er schlüge auch einen weißen Ball aber der Marke Callaway. Wir guckten uns im Flight an und wunderten uns. Später stellte sich heraus, dass er die Marke „Vice“ nicht kannte und dachte, ich hätte die Ballfarbe genannt 🙂

Jeder von uns brachte die ersten Bälle ganz gut auf die Bahn, nicht alle aufs Grün, aber bei Handicaps jenseits der 40 ist das ja völlig ok.

Jedenfalls konnte ich nach zwei Putts das erste Par verzeichnen.

Abschlag 2

Die zweite Bahn ist mit ca. 150 Meter etwas länger und für mich nur mit dem Hybrid oder Holz zu bewältigen. Beides nicht gerade meine Lieblingsschläger. Mit dem Holz bin ich meistens zu weit oder ich treffe es so, dass der Ball unkontrolliert nach links weg jagt. Das Hybrid ist also eindeutig die bessere Wahl – ich hatte die letzten Male damit gute Ergebnisse erzielt und auf der Driving-Range viel trainiert. Voller Zuversicht ging ich damit auf den zweiten Abschlag, machte meinen gelungenen Probeschwung und haute dann den Ball .. in den Bunker – rechts auf ca. 110 Meter.

Damit hatte ich mal gar nicht gerechnet.

Also gut so ist eben Golf. Bunkerschläger sind zwar nicht deine Lieblingsaufgabe und schon gar nicht mit noch 30 Meter zur Fahne 🙁

Im Bunker nahm ich mit meinem Sandwedge Stellung und haute den Ball schön weit – ca. 1,5 Meter – Arrggggh!

Die Bahn ist ein Par 3 und damit sah ich schon alle Felle für Nettopunkte davon schwimmen. Na gut dachte ich, jetzt ist es auch egal und legte den Ball mit dem nächsten Schlag 2 Meter an die Fahne! Das sah ich aber erst als ich aufs Grün kam. Ich dachte meiner wäre viel zu weit und wollte schon an den Ball eines Mitspielers gehen, der 10 Meter von der Fahne lag. 

Putten hatte ich viel trainiert und tatsächlich – mit dem vierten Schlag verschwand er im Loch – Glück gehabt!

Abschlag 3

Mit etwa 85 Meter die kürzeste Bahn. Es geht bergab und man muss aufpassen, nicht zu weit zu schlagen. Meistens verläuft hier alles unproblematisch, doch gerne unterschätzt man die Steigung bzw. das Gefälle und kassiert dann einen 3-Putt. Bei mir verlief es planmäßig: 3 Schläge.

Abschlag 4

An diesem Loch kann ich noch mit einem Bogey 3 Netto-Punkte bekommen. Sie ist mit 175 Metern demnach etwas schwieriger, da das Grün nach rechts versetzt, hinter Bunker und Bäumen nicht einfach zu erreichen ist. Ich legte mit dem Driver den Ball auf Grünhöhe vor, chippte ihn und spielte mit zwei Putts tatsächlich eine Vier. Damit war ich voll zufrieden!

Abschlag 5

Neben der Bahn 3 die einfachste des Platzes. Keine Bunker, keine Hügel und einfach nur gerade 120 Meter schlagen. Trotzdem gelingt mir das nur ca. vier von zehn Mal. Und heute auch nicht – gerade mal 80 Meter flog der Ball dünn getroffen immerhin aufs Fairway und nicht ins Rough.

Glücklicherweise konnte ich mit Pitch und 2 Putts noch ein Bogey rausholen.

Abschlag 6

Früher meine absolute Horror-Bahn. Der Herren-Abschlag befindet sich vor einem kleinen Bach, der stark bewachsen ist mit Büschen und Bäumen. Dort ist ein Fenster hineingeschnitten, welches durchspielt werden soll. Je nach Beschnitt ist das Fenster mal kleiner mal größer und sicher übertreibe ich hier mit dem Begriff Fenster. Doch je ehrfürchtiger man wird, desto kleiner erscheint einem die Abmessung.

Seltsamerweise hat sich meine Einstellung zu diesem Loch seit der Nutzung des Drivers geändert. Damit kann ich einigermaßen gerade schlagen (ca. 170 Meter inkl. Roll). Früher mit den Eisen donnerte ich nur zu gerne den Ball rechts in den Wald.

Also nahm ich wie gewohnt den „Dicken“ aus dem Bag und schlug den Ball 20 Meter vors Grün. Geht doch!

Ein Pitch und zwei Putts und wieder ein Bogey. Der Pitch war übrigens sehr sehr knapp an der Fahne vorbei – ich hatte schon das Birdie vor Augen 🙂 Dass ich dann zwei Putts brauchte war echt beschämend..

Abschlag 7 – miese Platzverhältnisse doch mein Fehler!

Diese Bahn ist ein Dogleg links mit Par 4 und der Abschlag ist in einem grünen Tunnel, so dass man sich ganz rechts aufstellen muss, um einigermaßen die Ecke des Knicks anspielen zu können. Leider ist dieser Bereich vollkommen unbegrünt wegen der starken Nutzung. Zudem kein Stück eben, sondern wellig wie S… 

Bei meinem Schlag benötige ich beim Driver einen ebenen Untergrund, weil ich sonst dazu neige, den Ball leicht nach links zu shanken (wenn ich niedriger als der Ball stehe). Vor dem Abschlagen suchte ich mir eine Stelle heraus, die am ehesten meinen Bedingungen entsprachen. Doch vorher waren andere dran.

Als die Reihe an mich kam, nahm ich Position ein an einer Stelle, die mir gar nicht behagte und ich änderte es nicht! Keine Ahnung warum, aber natürlich ging der Ball links ins Aus. Für den zweiten Ball nahm ich dann den besseren Standort und zack flog der Ball dahin wo er sollte. 

Immerhin kam ich noch mit einer 7 vom Platz, da ich nur einen Putt benötigte..

Geärgert hat es mich trotzdem.

Abschlag 8

Auch eine gefürchtete Bahn, weil die ersten 100 Meter links und rechts stark bepflanzt sind und nur leichte „Flug-Bögen“ den Ball verschlucken lassen. Rechts ein Wald und links tiefes Rough, das nach unten abfällt. Mit dem Dicken schlug ich meinen Ball gewohnt gerade 10 Meter ans Grün. Dieses liegt etwas erhöht und ist das „schiefste“ auf dem Platz. Hier müssen also Chips gut gesetzt werden, sonst rollt der Ball an Stellen, von denen man ungern putten möchte (bergab und schräg!).

Mein Chip entsprach genau meinen Vorstellungen, doch der erste Putt wollte nur kurz ins Loch reinschauen und lief dann weiter. Schade, aber immerhin fiel der zweite Putt.

Abschlag 9 – Finale

Die letzte Bahn, ein Par 4. Gemütlich gerade nur durch einen Baum auf dem letzten Drittel und einem Bunker vor dem Grün beschützt. Mein Dicker schlug den Ball aufs Fairway, doch leider vor den Baum. Ich riskierte nichts und legte den Ball vor den Bunker vor. 

Nun kam plötzlich das Wetter ins Spiel. Die ganzen Bahnen vorher hatten wir einigermaßen Glück. Die paar Regentropfen machten uns nichts aus und manchmal kam sogar die Sonne raus. An Bahn 2 hat der Wind mir zwar den Wagen umgeworfen, weil mein Schirm aufgespannt war, aber alles gut soweit..

Jetzt stürmte es wieder stark und die Regentropfen wurden mehr. 

Ich nahm Stellung ein für meinen Pitch – eine einfache Aufgabe für mich. Doch plötzlich kam der Gedanke auf: „Du hast ein tolles Spiel gemacht bisher – wenn der Pitch auch noch gut läuft, könnte es auf eine Verbesserung des Handicaps hinauslaufen!“

Und was passiert? Ich toppte den Ball übers Grün hinaus und verbuchte dann 6 Schläge. Das hätte besser laufen können – viel besser.

Siegerehrung

Nach der Runde traf sich unser Flight (bis auf Peter, der weg musste) noch zu einem Drink im Clubhaus – Dieter 1 gab einen aus wegen einer Lady 😉

Auch die Siegerehrung fand dort statt und überraschenderweise konnten Dieter 1 und ich den dritten Platz unser jeweiligen Handicap-Klasse verbuchen!

Hätte ich nicht auf Bahn 7 und 9 den Einbruch, wäre es der erste gewesen. Aber da will ich nicht jammern, denn auf den anderen Bahnen hatte ich viel Glück und mein Handicap konnte ich auch verbessern. Was will man mehr?

Achja, meinen Dank auch noch an den Hohenhardter Hof für die Ausrichtung des Turniers, an die tollen Flight-Kollegen und dem Golfhouse für den 20-Euro-Gutschein 🙂

Der Saisonstart war geglückt und nun kann ich dem nächsten Turnier entgegen fiebern: Dem 1. Masters in diesem Jahr auf dem 18-Loch-Platz des Hohenhardter Hofs am 5. Mai.