Lasst die Spiele beginnen 🙂

Seit Ende Februar bin ich wieder in Deutschland und natürlich versuchte ich so oft wie möglich, den Golfplatz zu besuchen.

Am Ende der letzten Saison 2018 stellte ich rückblickend fest, dass mein Training arg gelitten hatte. Erstens bereitete mir meine Schulter Probleme (aktuell leider immer noch) und zweitens spielte ich lieber auf dem Platz 18 Löcher als mich auf der Driving Range oder dem Putting Green zu langweilen.

Natürlich kann man so wenig bis gar nichts dazu lernen.

1. Protokollieren Sie Ihre Tätigkeiten auf dem Golf-Gelände

Diesen Fehler möchte ich dieses Jahr auf keinen Fall machen; daher achte ich auf ein ausgewogenes Training-Spiel-Verhältnis. Da ich nichts von strikten Vorgaben oder Plänen halte (es ist ja immerhin meine Freizeit!), protokolliere ich immer rückblickend, was ich wann gemacht habe.

Wenn ich dieses Protokoll überblicke, kann ich sofort feststellen, ob ich was vernachlässige bzw. etwas anderes übertreibe.

Im März war ich beispielsweise 28 Stunden auf dem Golf-Gelände. 14 Stunden auf den Bahnen und 14 auf dem Trainingsareal.

2. Analysieren Sie Ihre Stärken & Schwächen

In dem Protokollbogen (und auch auf der Score-Karte) notiere ich was gut und was schlecht lief. So kann ich schnell erkennen, welche Dinge ich beim nächsten Training unbedingt üben sollte. Dies geht besonders gut, wenn man 18- oder 9-Löcher spielt und mal genau darauf acht gibt, wo die schlechten Schläge überhand nehmen.

Ich habe zum Beispiel meine Stärken beim Pitchen, Chippen und Driven. Eisen hingegen sind durchwachsen. Das Putten ist ok, könnte aber auch besser sein. Daher lege ich für die nächsten Trainingseinheiten meinen Schwerpunkt auf die Eisen; auch das Hybrid und Holz kommt dann noch stärker dran.

3. Legen Sie spannende Trainingseinheiten fest

Nichts ist langweiliger als Bälle auf der Driving Range planlos auf die Wiese zu jagen. Kein Wunder, dass die meisten Golfer lieber 18 Löcher spielen als auf der Übungsanlage zu sein.

Doch das muss nicht sein. Mit kleineren Spielchen kann man seine Übungen schnell auflockern und spannend gestalten.

3.1. Up and Down

Dieses Training kennt jeder. Vom Rasen um das Putting-Grün einen Ball aufs Grün chippen oder pitchen und mit einem Schlag einlochen. Wenn man einen Eimer Bälle nimmt und immer aufs gleiche Loch zielt, wird es schnell langweilig.

Stattdessen: Fangen Sie mit einem Ball an. Wenn Sie diesen mit einem Schlag aufs Grün und mit dem anderen versenkt haben, starten Sie in Level 2 und machen dasselbe, aber diesmal mit 2 Bällen! Nun müssen beide Bälle mit insgesamt jeweils 2 Schlägen im Loch verschwinden. Darauf folgt? Level 3 mit 3 Bällen – das dachten Sie sich schon. So einfach ist das!

Ich habe fast eine Stunde gebraucht, um in Level 5 zu kommen!

3.2. Putting-Leiter

Markieren Sie einen runden Bereich auf dem Putting-Grün von etwa 1 Meter Durchmesser (durch Tees, ein Seil o.ä.) und stecken im Abstand von jeweils einer Schlägergriff-Länge ein Tee in den Boden. Immer weiter weg vom Bereich. Nun nehmen Sie einen Ball und versuchen vom ersten Tee den Bereich zu treffen. Bei Erfolg rücken Sie ein Tee weiter. Bei Misserfolg fangen Sie wieder von Vorne an! Schnell wird die Anspannung höher, wenn man 10 Meter vom Bereich entfernt ist und treffen muss!

3.3. 18-Loch-Simulation

Nun noch eine Übung für die Driving Range. Nehmen Sie einen Eimer Bälle und spielen sich warm (Wedge, Eisen 7 und 5, Holz und Driver je 2-3 Schläge). Dann stellen Sie sich vor, Sie wären an Abschlag 1 Ihres Heimatplatzes und wählen das entsprechende „Werkzeug“ 😉

Dann schätzen Sie die Weite des Schlages und gleichen es mit der realen Bahn ab. Für die übriggebliebene Entfernung zum Grün nehmen Sie Ihr entsprechendes Holz, Hybrid, Eisen oder Wedge. Das machen Sie so lange bis Sie das virtuelle Grün erreicht haben. Nun geht es weiter mit Abschlag 2 und immer so weiter.

Sie werden schnell bemerken, dass Sie viel aufmerksamer schlagen und auch die Vorbereitung auf jeden Schlag ist intensiver. Ein optimales Training also!

4. Trainerstunde

Was hilft das ganze Üben, wenn man sie falsch ausführt und nur zufällige Ergebnisse produziert?

Daher sollte man unbedingt regelmäßig eine kurze Trainerstunde einbauen, damit ein Profi noch mal drüber schauen kann. So verhindert man, dass man sich Schwung, Ausrichtung oder Schlagflächenstellung ruiniert! Eine halbe Stunde reicht schon und wer sich scheut, kann sich mit Freunden zusammen tun und eine Gruppenstunde buchen.

5. Mentales Training

In diesem Bereich ist jeder unterschiedlich gut aufgestellt. Manche bekommen schon kalte Füße bei der Vorstellung mit Flight-Partner zu spielen, die Sie nicht kennen, anderen macht es gar nichts aus und sind auch bei schlechten Schlägen, nicht aus der Ruhe zu bringen.

Auf diesem Blog, das Handwerkzeug zu vermitteln, um mentale Schwächen abzumindern, halte ich für überzogen. Hier kann man nicht durch ein paar Tipps vom ängstlichen, nervösen Menschen zu einer positiv eingestellten Person werden.

In der Regel liegen hier die „Schwierigkeiten“ tiefer und sind stark mit der Persönlichkeit jedes Einzelnen verwoben.

Glücklicherweise verliere ich selten meine Gelassenheit (insbesondere beim Golf). Doch frei davon bin ich lange nicht!

Ich erinnere mich nur daran, wie mir mein Trainer vor der nächsten Trainerstunde und VOR einem Turnier sagte, dass ich nach der nächsten Stunde meinen Schwung nicht wieder erkennen würde. Mit dem Erfolg, dass ich mich während des Turniers immer nur fragte, was denn an meinem jetzigen Schwung falsch ist. Kein Wunder, dass ich mich im Turnier mehr als schwer tat..

Trotzdem glaube ich, dass Yoga und Meditation sehr zum Vorteil sind. Beides mache ich seit über 7 Jahren (also schon vor dem Golfen). Wenn aber die Golftechnik nicht richtig sitzt, bringt auch das nichts! Also erstmal trainieren!

Wann ist das erste Turnier und wie lautet die Handicap-Prophezeihung?

In unserem Club (Hohenhardter Hof) ist das erste vorgabenwirksame Turnier erst am 27. April auf dem kleinen 9-Loch-Platz, dem Eselspfad. Es sind also noch knappe 3 Wochen bis dahin.

Am Wochenende habe ich dort mal wieder eine Runde gespielt und konnte immerhin mein Handicap erspielen. Schon gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich normalerweise immer nur im Turniermodus gute Leistungen abrufe.

Bis zum Turnier werde ich weiter normal trainieren (alle 2 bis 3 Tage, 1 bis 2 Stunden) und dann am finalen Tag hoffentlich genug Glück haben, um mein Handicap zu verbessern.

Auf eine Zahl werde ich mich nicht festlegen, ich wünsche mir nur, dass es ein schönes Spiel wird.

Golf kann man nicht gewinnen, man kann es nur spielen.