Tatsächlich weniger als 85 Schläge im Turnier


Wie konnte das passieren? Beim Herren-Golf am 13.7.2022 trete ich zum Turnier (gesponsort vom DVAG) an. Es ist bestes Wetter und meine Flightpartner Otto und Peter sind sehr angenehme Begleiter. Auch heute beschließe ich ohne Driver und Holz zu spielen. Die Tage davor hatte ich damit in einer Privatrunde eine 86 gespielt. Wenn ich dieses Ergebnis auch heute spielen sollte, wäre das unglaublich!

Am ersten Abschlag also mein Hybrid 3 gezückt und ab ging es mitten aufs Fairway. Ein guter Start. Auch die nächsten Schläge sind stabil, der dritte geht sogar aufs Grün, obwohl er ein wenig getoppt war. Von dort 2 Putts und das erste Par ist notiert.

Beim nächsten Par 3 ist der Abschlag hinten gesteckt. Diese Position mag ich gar nicht, weil ich dann mit dem Eisen 7 abschlagen muss. Da darf nichts schiefgehen, sonst landet der Ball im Bunker vor dem Grün. Also besinne ich mich auf meine Basics: Schultern drehen! Und zack, der Ball landet auf dem Grün, ca. 4 Meter von der Fahne entfernt. Der Birdie-Putt geht zwar leicht dran vorbei, aber das Par ist sicher.

Die folgende Bahn 3 ist eine der schwersten Bahnen am Platz. Ein langes Par 4 mit sehr engen Verhältnissen beim Grün. Da ich hier sowieso kein „Green in Regulation“ schaffe, wähle ich wieder die entspannte 3-Schlag-Variante an. Der Abschlag ist stabil Mitte Fairway und der zweite bringt den Ball ca. 65 Meter an die Fahne. Diese Entfernung ist ideal für mein Drei-Viertel Gap-Wedge, doch in letzter Zeit landen die Bälle immer zu weit links. Hoffentlich diesmal nicht!? Schade, genau das tritt ein. Er rollt zudem noch an den Grünrand, dicht am höheren Gras. Nun also Nerven bewahren und einen guten Chip hinlegen. Tatsächlich rollt der Ball ca. 30 cm ans Loch und ein Bogey (und drei NP) wird notiert.

Bahn 4 ist mir schon oft zum Verhängnis geworden. Der Abschlag liegt in einer Schneise und gerne haue ich den Ball gleich links in die Hecke. Heute konzentriere ich mich auf die korrekte Schulterbewegung und einen stabilen Stand, der Ball fliegt gerade bzw. leicht links und endet in der optimalen Positionen für den zweiten Schlag. Sehr gut! Wenn da nicht die Leitungen wären, denn dort hinein schlage ich den zweiten. Der Ball hatte die optimale Richtung und Länge, doch nun muss ich den Schlag wiederholen. Die Wiederholung ging leider zu weit links und landet leicht unter Bäumen, sodass ich das Grün nicht angreifen konnte. Es folgen zwar gute Annäherungsschläge, doch ich benötige zwei Putts und notiere wiederum ein Bogey.

Am nächsten Par 3 lege ich wie immer vor. Die Bahn ist zu lang für einen Angriff, schon gar nicht ohne Holz oder Driver. Der Abschlag gelingt und es bleibt ein ca. 45 Meter langer Pitch. Die idealen Voraussetzungen für mein Lob-Wedge. Der Schlag geht hoch und gerade Richtung Fahne, landet, rollt und geht kurz zur Hälfte ins Loch, um dann 15 cm daneben liegenzubleiben. Na super – aber immerhin ein Par 🙂

Die zwei folgenden Bahnen spiele ich solide Bogeys. Die Annäherungen spiele ich konservativ am Bunker vorbei. Der Untergrund ist hart, da toppt man gerne mal den Ball übers Grün hinaus.

An der 8, einem langen Par 4, ist leider der dritte Schlag ein wenig zu weit rechts und liegt am Hang zum Grün. Eine falsche Wedge-Auswahl und der Schlag geht zu weit und ich notiere ein Double-Bogey. Immerhin habe ich hier 2 vor, es gibt also trotzdem 2 Netto-Punkte.

Die 9 hat mir schon oft den Score vermiest, da am Ende des Par 5 ein kleiner Teich liegt. In einem Turnier hab ich sogar zweimal hineingeschlagen (!). Das wollte ich heute unbedingt vermeiden. Mit dem zweiten liege ich wie so oft im Knick des Dog-Legs und könnte mit 125 Meter sogar das Grün angreifen. Doch ich lege vor – sicher ist sicher. Mein Chip geht dann ca. 1 Meter an die Fahne und es wird tatsächlich ein Par!

Auf geht’s zu den zweiten Neun. Diese Bahnen werden eher einfach eingestuft und viele Spieler sammeln dort ihre Punkte. Bei mir war das in der Vergangenheit nicht so – also vorsichtig sein!

Schon nach drei vier Bahnen realisiere ich natürlich auch, dass ich einen richtig guten Score spiele. Glücklicherweise kommen diesmal nur positive oder gar keine Gedanken in die Quere. Kein „jetzt bloß nicht verkacken“ oder „diesen Putt muss ich lochen“ – das war richtig angenehm. Eher denke ich „super, du hast einen komfortablen Puffer, spiele einfach dein Spiel und achte auf die Schulterdrehung“.

Die 10 ist ein langes Par 3, welches ich nie direkt angreife. Ein Abschlag und ein super Pitch 3 Meter an die Fahne reichen, um mit einem Putt wieder ein Par zu notieren.

Es folgt ein schwieriges Par 4 mit einem leichten Dog-Leg nach rechts. Ich spiele wieder auf Sicherheit und es gibt ein Bogey. Der Putt ging ziemlich knapp dran vorbei zum Par 😉

Bei Bahn 12 und 13 ist der Abschlag nicht ganz so perfekt, aber immerhin spielbar. Den zweiten Schlag kann ich allerdings nicht voll ausführen und durch die geringere Länge, werden es zwei Bogeys – trotzdem vollkommen in Ordnung.

Bahn 14 – ein Par 4 – der zweite bleibt leider in der linken Senke zwischen Bunker und Grün im höheren Gras stecken. Doch Chips kann ich – ein Par wird notiert.

Es folgen die leichtesten Par 4s vom Platz, auf denen leider der Birdie-Putt jeweils knapp daneben geht. Egal – ein Par nehm ich immer.

Die vorletzte Bahn 17, ein schwieriges Par 3, auf dem ich schon mal ein Hole-In-One schaffte, kommt als Nächstes. Natürlich lege ich wieder vor und der Ball bleibt etwa 25 Meter vor dem Grün, aber auch vor dem Bunker, liegen. Die Fahne ist relativ kurz gesteckt und normalerweise wäre ich hier voll auf Angriff gegangen. Doch mir ist das Risiko zu hoch und wähle die sichere Variante. Es bleibt zwar ein längerer Putt, doch dieser wäre sogar fast reingegangen. Ein Bogey gibt 3 Punkte – bin hochzufrieden 🙂

An der 18 muss man über ein kleines Tal spielen und gerne werden Schläge, die zu weit rechts landen, mit einem Roll ins rechte Aus bestraft. Also lieber etwas links halten. Am Abschlag bin ich ganz entspannt, keine komischen Gedanken, sondern nur Zuversicht. Und tatsächlich, der Ball fliegt wie gewünscht und rollt gemütlich übers Fairway. Mit dem zweiten lege ich vor (auch hier besteht die Gefahr, dass der Ball ins Aus rollt, wenn er nur leicht rechts ist). Der Par-Putt geht nur knapp daneben, aber das Bogey ist mir sicher.

Tatsächlich habe ich in dieser Runde mein bestes Ergebnis erspielt: 83 Schläge, 47 Netto- und 25 Brutto-Punkte. Diesen Tag werde ich wohl nie vergessen und es zeigt ganz klar wie wichtig das kurze Spiel und solide Abschläge sind. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass auch die angenehme Atmosphäre im Flight einen großen Beitrag zu meinem Erfolg ausmachte. Ich bin relativ sensibel bei unentspannten Spielern und lasse mich gerne von deren Hektik anstecken. Ich kann damit zwar umgehen, doch das Spielen kostet mich dann mehr Energie.

Mein neues Handicap ist übrigens 17,1.

Hättet Ihr gedacht, dass so ein Score ohne Driver und Holz möglich wäre? Würdet Ihr diese Taktik auch in einem Turnier probieren? Bin gespannt auf Eure Erfahrungen und Meinungen 🙂

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