Nach der ersten Gruppenstunde wurde mir eines schnell klar: Ohne Übung wird das nichts mit diesem Sport! Beim Tennis, Fussball oder anderen Sportarten kannst Du Dich noch mit Schnelligkeit, Einsatz und Sportlichkeit durchmogeln können, doch hier wird jeder Fehler gleich mit einem schlechten Schlag bestraft.
Doch wie und womit fängt man am besten an?

Chippen und Pitchen

Unser Trainer legte uns ans Herz, nicht gleich auf die Driving Range zu gehen und Bälle zu „kloppen“. Lieber sollten wir uns aufs kurze Spiel konzentrieren – also die Annäherungsschläge zum und das Putten auf dem Grün.

Meine Recherchen deckten sich mit seiner Aussage und den Berichten von Pros, die sagen, dass sie im Training zu 50% mit den Wedges arbeiten. Wedges sind Schläger zum Annähern bzw. für kurze Schläge: Eisen 9, PW (Pitching-Wedge) und SW (Sand Wedge). Natürlich kann man mit diesen auch weiter schlagen, in dem man sie „voll“ schlägt. Doch zur Annäherung und zum Anfang ist das erstmal nicht notwendig.

Andere Aussagen lauten, dass wer mit dem Wedge nicht schlagen kann, soll es mit den anderen Schlägern erst gar nicht versuchen..
Übrigens gibt es noch 3 weitere Formen von Wedges: Das Gap-Wedge, Lob-Wedge und High-Lob-Wedge. Ersteres siedelt man zwischen Pitching-Wedge und Sand-Wedge an. Die letzten zwei nach dem Sand-Wedge. Diese 3 Arten sind für den Anfänger aber erstmal nicht wichtig.

Annäherungsschläge sind unterschiedlich lang. Für Anfänger, die natürlich noch nicht so weit schlagen können, gilt etwa diese Regel (Achtung, diese Werte kommen von mir und sind bei jedem anders. Ich kenne Anfänger, die mit dem Pitching-Wedge 100 Meter schlagen!):

Pitchen

  • 50 bis 70 Meter: Eisen 7/8/9
  • 30 bis 50 Meter: Pitching-Wedge
  • 20 bis 30 Meter: Sand-Wedge

Beim Pitchen macht man wie gesagt keine vollen, schnellen Schläge, sondern eher bedächtige. Wer talentiert ist, kann auch mit unterschiedlich weiten Ausholbewegungen experimentieren und notieren, wie weit er jeweils kommt.

Chippen

  • 10 bis 20 Meter: Eisen 9 (oder auch 7 oder 8)
  • darunter: Pitching-Wedge oder Sand-Wedge

Das Chippen wird erst eingesetzt, wenn man wenige Meter vom Grünrand entfernt ist. Hier gibt es verschiedene Schlagtechniken, zu denen ich in einem anderen Bericht kommen werde.

Egal ob man chipped oder pitched, man sollte sich darüber im Klaren sein, dass die eingesetzten Schläger alle unterschiedliche Flug- und Roll-Längen haben. Das Eisen 9 fliegt flacher und rollt weiter als ein Sand-Wedge. Bei letzterem fliegen die Bälle höher, rollen aber weniger.
Die Kunst ist es, für jede individuelle Spielsituation den richtigen Schläger und Schlagtechnik einzusetzen.

Was nützt es, dass der Ball auf dem Grün landet, aber noch 20 Meter weiter rollt und dann im Bunker hinter dem Grün endet?
Hier muss man einfach Üben und Ausprobieren bis man ein Gefühl für die eigenen Schlagweiten und Bedingungen auf dem Golfplatz (nasses Gras, trockener Platz, Neigung des Geländes usw.) entwickelt.

Wie verbessere ich mein kurzes Spiel?

1. Lieber flach spielen

Ein hoher Ballflug beeindruckt sehr! Ich weiß 🙂
Doch die Wahrscheinlichkeit beim Schlagen, den Ball falsch zu treffen, besteht immer (besonders bei schlechten Balllagen). Und dann? Der Ball fliegt flach, unkontrolliert und viel zu weit! Wenn also keine Notwendigkeit eines hohen Ballflugs besteht (über Bunker oder Hindernis), dann wählen Sie lieber einen Schläger, mit dem Sie weniger ausholen müssen. Ein kurz gespieltes Eisen 8 kann dann die gleiche Weite wie ein Pitching-Wedge erreichen.

2. Trainieren Sie nicht nur von Matten

Wenn man sich auf dem Trainingsareal umschaut, wird man schnell feststellen, dass die meisten von „Matten“ abschlagen. Zum Aufwärmen ist das vielleicht ok, doch finden Sie auf dem Fairway Ihres Golfclubs auch Matten? Natürlich nicht. Also suchen Sie sich zum Üben unterschiedliche Grünflächen: Kurzes Gras, hohes Gras, kein Gras, schiefes und unebenes Gelände usw. Nur so wappnen Sie sich für die Überraschungen, die ein Golfplatz für Sie parat hält 😉

3. Kennen Sie Ihre Schlagweiten?

Ob man den Driver 10 Meter länger schlägt, ist kein Problem. Eine Annäherung, die 10 Meter zu lang ist, landet aber schlimmstenfalls im Bunker oder Wasser. Sie sehen, gerade im kurzen Spiel ist es extrem wichtig, die eigenen Schlagweiten genau zu wissen. Machen Sie mit Ihren Wedges Schläge mit unterschiedlich großen Aushol-Bewegungen (7, 9 und 11 Uhr zum Beispiel) und notieren die ungefähre Mittel-Länge.

4. Sind Ihre Wedges geeignet?

Manche Wedges haben einen großen Bounce, um im Bunker einen großen Puffer für den Sand zu haben. Dieser Bounce ist aber für harten Untergrund extrem ungeeignet und führt zu „getoppten“ Bällen, da man nicht unter den Ball kommen kann. Besprechen Sie Ihr Material am besten mit Ihrem Pro.

5. Spielen Sie gleichartige Bälle

Ein harter Ball fliegt meistens weiter als ein weicher. Gerade bei der Annäherung macht das den ein oder anderen Meter aus.

Viele Amateure spielen verschiedene Bälle. Wie wollen Sie konstant spielen, wenn die Bälle immer unterschiedlich sind? Nehmen Sie eine Ballsorte und bleiben Sie dabei. Nur so können Sie ein Gefühl für das kurze Spiel entwickeln.

6. Trainieren Sie ups-and-downs

Nicht jeder Annäherungsschlag landet auf dem Grün. Trainieren Sie Schläge 1 bis 10 Meter vom Grünrand entfernt und versuchen mit einem Chip und einem Putt, Ihr persönliches Par zu retten!