Seit 2017 spiele ich Golf und dies mehr oder weniger erfolgreich. Mein Handicap liegt bei 19,5 und damit bin ich zufrieden – eigentlich!

Denn nachdem ich letzte Saison mit dem Arccos-Caddie-System meine Schläge überwachen ließ, stellte ich fest, dass mein Driving einem Handicap von 30 entspricht! Dies liegt eindeutig an fehlender Länge. Sicher, meine Schläge sind meistens gerade und so kann ich dann trotzdem ein stabiles Spiel und auch Handicap vorweisen. Doch um deutliche Verbesserungen zu erreichen, müssen einfach auch die Längen weiter sein.

Längen mit dem Driver

Bis auf einen Ausnahme-Schlag im Sommer, wo der Ball sicher noch 20 Meter weiterrollte als normal, ist meine ermittelte Durchschnittsweite knapp 180 Meter. Jedenfalls laut der Software. Leider kein Carry, sondern mit Roll und das bedeutet in vielen Fällen nur 155 Meter reine Flugweite.

Dieses Jahr (2021) und eigentlich schon Ende 2020 schlich sich allerdings eine hohe Fehlerquote in Sachen Genauigkeit ein: Etwa 21% meiner Drives landeten deutlich zuweit links! Gefühlt war es eher jeder zweite und nicht jeder fünfte Abschlag 🙁 Vermutlich würde eine Statistik mit weniger Historie ein anderes Bild zeichnen.

Genauigkeit meiner Drives

Nun gut, hier soll es ja nicht um Genauigkeit, sondern um die reine Weite gehen. Ich suchte also meinen Golftrainer Sebastian auf, um meine Probleme mit dem Abschlag zu lösen:

  • zu kurz – wie kriege ich mehr Weite?
  • zu weit links – wie kriege ich die Drives wieder gerade?

Das gerade richten erweist sich leider als mühselig. Der Trackman fand heraus, dass ich mit über 10° von innnen an den Ball komme. 5° wären noch erträglich, doch 10 sind eindeutig zu viel. Kombiniert mit einem Treffmoment an der Spitze des Drivers kommt ein übler „Links-Schlag“ heraus. Daran werde ich noch ein wenig zu knabbern haben.

Wie kriege ich mehr Weite mit dem Driver beim Golf?

Nun zur wichtigsten Frage im Golf: Wie schlage ich den Ball möglichst eindrucksvoll weit? Die wichtigsten Kriterien dafür sind Präzision und Geschwindigkeit.

1. Präzision im Treffmoment vom Schlägerkopf an den Ball

Um es kurz zu machen: Den Ball interessiert es nicht, wie groß die Ausholbewegung ist (vgl. Jon Rahm), ob der Oberkörper genug gedreht ist usw. Nein, ihn interessiert nur wie der Schlägerkopf an ihn heran geführt wird etwa 10 cm vor und nach dem Schlag. Daraus ergeben sich Dinge wie Treffpunkt auf der Schlägerfläche, Eintreffwinkel, Startwinkel, Schlägerkopfverdrehung usw. Wenn diese Werte neutral sind und der Ball mittig im Sweetspot die Schlagfläche trifft, startet der Ball auch gerade.

2. Schlägerkopfgeschwindigkeit

Ich nenne diesen Faktor als zweites, weil eine hohe Geschwindigkeit bei fehlender Präzision kontra-produktiv ist! Man würde den Ball also zwar weiter schlagen können, doch die Ungenauigkeit vervielfachen. Damit ist niemandem geholfen. Ich rate also dringend dazu an beiden Dingen zu arbeiten bzw. diese überwachen zu lassen vom Trainer.

Die Geschwindigkeit wird üblicherweise in Miles per Hour gemessen (mph). Mein Wert liegt bei 79 mph und damit weit unter dem Durchschnitt:

  • Durchschnittlicher Amateur: 95 mph
  • guter Amateur: 105 mph
  • durchschnittlicher Golfprofi 122 mph
  • Longhitter: über 144 mph

Training für mehr Länge mit dem Golfschläger

Mein Trainer Sebastian empfahl mir dann mit den Superspeedsticks zu üben bzw. mit den Sticks und dem entsprechenden Training zu beginnen.

Diese Sticks sind etwa so lang wie ein Driver, haben aber statt einem Kopf Gewichte mit unterschiedlicher Stärke. Mit diesen macht man drei Mal die Woche bestimmte Übungen, die zeitlich jeweils nur etwa 10 Minuten beanspruchen. Das Ganze basiert auf der sogenannten Overspeed-Technology. Der Körper gewöhnt sich langsam an größere Geschwindigkeiten und nach einem Zeitraum von 6-7 Wochen hat man bleibende Resultate. Aufbauend darauf gibt es ein zusätzliches Trainingsprogramm, welches mit anderen Übungen noch mehr Potenzial freischalten soll.

Diese Übungen werden hier in Videos vorgestellt:

https://superspeedgolf.com/pages/overspeed-training-protocols

Erstaunlicherweise wird man schon am Ende der ersten Session eine Erhöhung der Geschwindigkeit feststellen! Hier ein Video von einem Trainer, der die Sticks testet:

Welche Alternative gibt es zu dem Original von Superspeedgolf?

Da das Original mit ca. 250 Euro zu Buche schlägt, suchte ich nach einer Alternative. Diese fand ich in den Speedsticks von Herogolf. 

Optisch finde ich sie sogar noch ansprechender als die Originale und eine Schlägerhaube gibt es auch dazu.

Man kann sie auch direkt bei Amazon bestellen*.

Wichtig ist natürlich neben dem Aufwärmen, auch die Geschwindigkeit zu erfassen. Dafür immer zum Trainer zu rennen ist eher nicht praktikabel, ein eigenes Gerät dafür zu haben sicher schon 🙂

Nach ein wenig Recherche fand ich einen einfachen Geschwindigkeitsmesser, der vollkommen ausreicht und nur 65,- Euro kostet.

Geschwindigkeitsmesser für Golf

Damit kann man während des Trainings Differenzen zwischen vorher und nachher ermitteln. Ob es die tatsächliche Geschwindigkeit ist, ist meines Erachtens zweitrangig, sofern man einen Zuwachs feststellen kann.

Net Playz kann man hier bestellen*.

Nun bin ich gespannt wie meine Steigerungen ausfallen werden!

Trainingsplan für Speedtraining im Golf mit Excel

Für alle die einen Trainingsplan benötigen, um die Fortschritte zu erfassen, habe ich eine Excel-Vorlage erstellt. Man kann sie hier herunterladen:

Trainingsprotokoll als Excel-Datei